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Organisations- und Produktgestaltung: Wie man äußerst komplexe Systeme abbildet

25 august Min.

Eine Maschine, die aus Zehntausenden von Teilen besteht, ein Softwareprojekt mit Millionen von Codezeilen... Bei diesen enorm komplexen Herausforderungen haben Sie es mit allerlei Elementen zu tun, die in einer komplizierten Weise miteinander verwoben sind. Die Design Structure Matrix (DSM) ermöglicht es uns, die Wechselwirkungen der verschiedenen Teilsysteme abzubilden. Ignacio Vazquez, Industry and Certificate Director am MIT System Design and Management, und Jun Wang, Vorsitzender der KIVI International Engineers und Employeneur bei TMC, erklären, wie die DSM zu unerwarteten und überraschenden Ergebnissen führen kann.

Angenommen, Sie möchten eine Maschine mit zehntausenden von Bauteilen bauen. Zunächst arbeiten Sie mit Physikern zusammen, die die Technologie entwickeln, und Ingenieuren, die die Maschine konzipieren und bauen. Darüber hinaus sind auch vielerlei andere Personen und Prozesse involviert. Wahrscheinlich arbeiten Sie sogar mit Organisationen weltweit zusammen, um all diese Teile herzustellen. Kurz gesagt, dies ist ein System, das aus verschiedensten Elementen besteht, die auf komplexe Weise miteinander verbunden sind. Neben dem Endprodukt sind die Prozesse und die Organisation mindestens ebenso wichtig wie das endgültige Produkt.

Was ist eine Design Structure Matrix?

Wie lässt sich die Kohärenz all dieser Elemente in einem so komplexen Prozess abbilden? Die Design Structure Matrix (DSM) ist eine einfache und kompakte Methode, um ein System oder Projekt visuell darzustellen. Es handelt sich um eine quadratische Matrix, in der die verschiedenen Komponenten eines Systems in Zeilen und Spalten dargestellt werden. In dieser Tabelle beschreiben wir für jedes Element, welche Beziehung es zu den anderen Elementen hat.

Betrachten wir ein ganz einfaches Beispiel: einen Stuhl. Dieser besteht aus Elementen wie dem Sitz, den Beinen, Schrauben, Rollen und dem Stoff. Alle diese Teile stehen auf unterschiedliche Weise miteinander in Beziehung. Bei einem komplexeren Projekt ist die Verbindung zwischen all den Teilen nicht so klar ersichtlich wie bei diesem Stuhl. Indem wir die Matrix verwenden, können wir das System systematisch abbilden. Dadurch entsteht eine Gesamtübersicht, die in komplexen Systemen oft fehlt.

Produkte, Organisationen und Prozesse

Ein DSM kann nicht nur verwendet werden, um alle Teile eines Produkts und ihre Wechselbeziehungen zu beschreiben, sondern eignet sich auch sehr gut zur Abbildung von Organisationen und Prozessen. Schließlich beschäftigt jede Organisation Menschen mit unterschiedlichen Rollen, die jeweils auf ihre eigene spezifische Weise mit den anderen Mitgliedern der Organisation kommunizieren.

Ein DSM ist auch für Prozesse sehr nützlich. Denken Sie beispielsweise an ein Softwareentwicklungsprojekt, bei dem die Frage besteht, ob eine V-Methode oder eine agile Methode am geeignetsten ist. Wenn Sie beide Prozesse und alle damit verbundenen Aktivitäten abbilden, können Sie sie leicht miteinander vergleichen.

Vollständiges Bild

Die Kombination von DSMs ermöglicht ein vollständiges Bild eines Systems. Stellen Sie sich vor, Sie haben zwei DSMs: Einen DSM für Ihr Produkt, das aus verschiedenen Komponenten besteht, die alle Beziehungen zueinander haben, und einen zweiten DSM für die Organisation mit Personen, die auf unterschiedliche Weise miteinander kommunizieren. Wenn Sie diese überlagern, erhalten Sie einen Einblick in das Ganze. Zum Beispiel können Sie erkennen, dass bestimmte Teile des Produkts vernachlässigt werden oder dass umgekehrt zu viele Personen sich mit einem Teil beschäftigen. Dadurch gewinnen Sie Einblicke, die Sie zu Beginn des Prozesses noch nicht hatten, was häufig zu überraschenden Schlussfolgerungen führt.

Wo beginnen

Die Anwendung des DSM-Konzepts kann ziemlich überwältigend sein. Daher ist es ratsam, klein anzufangen. Dies kann auf Projektebene geschehen, aber Sie können auch ein sehr komplexes Projekt aufteilen. Wenn es beispielsweise um eine komplizierte Maschine geht, kartieren Sie nicht alle 10.000 Teile auf einmal, sondern könnten mit sechs Teilen beginnen. Versuchen Sie, die spezifischen Wechselbeziehungen dieser Teile zu bestimmen.

Es gibt viele verschiedene Modelle, die bei der Organisations- und Produktgestaltung helfen, aber nicht ohne Grund wird die DSM-Matrix seit mehr als 20 Jahren am MIT System Design and Management verwendet. Die Matrix ist leicht verständlich und bietet wertvolle Einblicke für alle Arten von Organisationen.

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