3. Gedankenlesen: Ist es möglich und ist es erlaubt?
Vielleicht die tiefgreifendste – und erschreckendste – Möglichkeit mit KI ist die Fähigkeit, die Gedanken eines Menschen zu lesen. Die erste Frage, die sich stellt, ist, ob dies überhaupt möglich ist. CEO Mark Zuckerberg von Meta (Facebook) sieht eine Zukunft voraus, in der Menschen Gedanken direkt miteinander teilen können, wenn sie es möchten. Obwohl es höchst unwahrscheinlich ist, dass es jemals dazu kommen wird, gibt es zahlreiche Forschungen im Bereich der Gehirn-zu-Gehirn-Kommunikation, und tatsächlich existieren bereits Systeme, die erste Schritte in diese Richtung ermöglichen. Beispielsweise untersucht die Forschungsgruppe von Braingate, wie eine Gehirn-Maschinen-Schnittstelle, die Elektroden verwendet, es Menschen mit Gehirnerkrankungen ermöglichen kann, Roboterarme und Tablets mit ihren Gedanken zu steuern.
Obwohl dies durchaus eine wertvolle Anwendung sein könnte, könnte das „Gedankenlesen“ auch zu einer dystopischen Zukunft führen, wie ein Video des Weltwirtschaftsforums zeigt. In diesem Video wurden die Gehirnströme von Mitarbeitern eines Unternehmens dekodiert, um zu bestimmen, wie ernst sie ihre Arbeit nehmen, ob sie bestimmte Gefühle gegenüber Kollegen hegen und ob sie in illegale Aktivitäten verwickelt sind. Um all diese Informationen zu erfassen, sind keine Elektroden im Gehirn erforderlich. Es reicht aus, ein Wearable wie eine Smartwatch oder Ohrhörer zu tragen.
Im Moment lässt sich diese Art von Anwendung nur in Serien wie Person of Interest beobachten. Aber wie ein Forscher betonte, können Gedanken und Gefühle auf Daten reduziert werden. Und was wäre, wenn KI extrem gut darin werden würde, große Datenmengen zu interpretieren? Ethische Fragen und Datenschutzbedenken würden diese Entwicklung wahrscheinlich stärker behindern als die Technologie selbst.